Backpacking Guide durch China

China ist ein faszinierendes Land, das mit einer reichen Geschichte, beeindruckenden Sehenswürdigkeiten und atemberaubenden Landschaften begeistert. Aber was hat das Land für Backpacker und Touristen zu bieten? Die Visabestimmungen wurden kürzlich gelockert, so dass man aus vielen Ländern bis zu 30 Tage visafrei einreisen kann. Wir haben uns das als Anlass genommen, in das Reich der Mitte einzutauchen und möchten hier einen Überblick über unsere Highlights, unsere Route, unsere Kosten und wichtige Infos zum Reisen in China aufzeigen. Denn eine Reise nach China erfordert einiges an Vorbereitung, da viele Apps und Webseiten zensiert werden, stattdessen gibt es in China eigene Apps und Plattformen, die zum Reisen unerlässlich sind.

CHINA – WISSENSWERTES

EINREISE

Dank der neuen Visabestimmungen, die bis Ende 2025 gelten, können deutsche Staatsbürger bei einem Aufenthalt für bis zu 30 Tage visafrei für touristische Zwecke einreisen. Einzige Voraussetzung ist ein mindestens 6 Monate gültiger Reisepass.

BESTE REISEZEIT

In China gibt es ähnlich wie in Deutschland vier Jahreszeiten mit heißen Sommern und kalten Wintern. Am besten eignen sich daher die milderen Frühlings- oder Herbstmonate (April – Juni bzw. September – Mitte November) für einen Besuch. Die Hauptreisezeit für Chinesen sind jeweils eine Woche im Jahr während des chinesischen Neujahrs (meist Ende Januar/Anfang Februar) und die Golden Week (Oktober), während denen eine Reise nach China vermieden werden sollte. Sehenswürdigkeiten sind überfüllt, viele Geschäfte sind geschlossen und die Preise für Unterkünfte und Transport steigen.

WIE VIEL ZEIT EINPLANEN

Aufgrund der langen Anreise und der relativ langen Reisezeiten zwischen den Orten sollte man mindestens 2 Wochen für eine Reise nach China einplanen, um einen guten ersten Eindruck vom Land zu erhalten. Willst du nur Peking und die Große Mauer besuchen, reichen dir dafür auch 3-4 Tage. Unser Tipp: Wenn du länger als 30 Tage durch China reisen möchtest, kannst du deine 30 Tage Aufenthalt jederzeit durch eine Ausreise nach Hongkong oder Macau „resetten“ und bekommst bei Wiedereinreise erneut 30 Tage visafreien Aufenthalt genehmigt.

TRANSPORT

Der Transport in China ist schnell, pünktlich und sehr gut organisiert. Das Land verfügt über das größte Netz an Hochgeschwindigkeitszügen der Welt, das die meisten großen Städte miteinander verbindet. Diese Züge sind schnell, komfortabel und bieten eine gute Möglichkeit, weite Distanzen zu überwinden. Zum Beispiel fährt der Hochgeschwindigkeitszug von Peking nach Shanghai in weniger als 5 Stunden eine Strecke von über 1400km. Für längere Strecken gibt es überallhin Inlandsflüge. In den Städten sind U-Bahn und Busse sehr praktisch und kostengünstig, und Apps wie Didi machen die Nutzung von Taxis oder Ridesharing noch einfacher. Außerdem bieten Fahrräder und Elektroroller eine flexible und günstige Möglichkeit für kurze Strecken.

INTERNET & APPS

Das Thema ist in China aufgrund der Zensur vieler Apps und Webseiten etwas komplexer. Der für uns beste Weg, unsere normalen Apps weiter zu nutzen war es, eine e-SIM aus Hongkong zu installieren, die das Chinesische Netz nur über Roaming verwendet und keine Apps verbietet. Um das WLAN nutzen zu können, haben wir uns zusätzlich VPN Apps installiert. Darüber hinaus gibt es einige Apps, die man sich zusätzlich installieren sollte, um im Land zurechtzukommen, allen voran Alipay. Welche Apps wir uns konkret für China heruntergeladen haben, haben wir in einem separaten Abschnitt ausführlich zusammengefasst.

WÄHRUNG & GELD

Die offizielle Währung in China ist der Renminbi Yuan (RMB), wobei 1 Euro ungefähr 8 RMB entspricht. Wir haben während unseres Aufenthalts in China kein einziges Mal Bargeld gebraucht, da alles mit den Apps Alipay oder WeChat bezahlt werden kann. Vor der Einreise nach China solltest du dir unbedingt diese beiden Apps runterladen und deine Kreditkarte hinterlegen. Wie genau das funktioniert, erklären wir weiter unten noch ausführlicher.

SPRACHE

Wir sind während unserer zwei Wochen in China so gut wie niemandem begegnet, der Englisch gesprochen hat. Daher mussten wir uns sehr viel auf Übersetzungs-Apps wie Google Translate verlassen, was mit den Kamera- und Sprechfunktionen der App auch super geklappt hat. In vielen Restaurants findet man einen QR Code für die Speisekarte und kann sie sich über die Alipay App gleich übersetzt aufrufen bzw. auch über die App bestellen.

CHINA – HIGHLIGHTS

Shanghai

Der erste Stopp unserer Reise durch China war die pulsierende Metropole Shanghai, die es schafft, Tradition und Moderne auf eine einzigartige Weise zu vereinen. Im einen Moment spazierten wir zwischen den historischen Gebäuden der Shanghai Old Town und genossen die Ruhe des Yu Yuan Gardens, im nächsten erblickten wir die höchsten Wolkenkratzer Chinas vom the Bund. Unser persönliches Shanghai Highlight war der Besuch der Aussichtsplattform des Shanghai Towers zum Sonnenuntergang. Außerdem probierten wir zum ersten Mal Xiaolong Bao, kleine gedämpfte Teigtaschen mit einer köstlichen Füllung aus Fleisch und Suppenbrühe. Wer einen authentischen Tempel besuchen möchte sollte sich außerdem den Jing’an Tempel nicht entgehen lassen, hier sind die Touristen noch in der Unterzahl und die spirituelle Atmosphäre lässt sich förmlich spüren.

Blick auf die Skyline vom "the Bund" in Shanghai
Blick auf die Skyline vom „the Bund“ in Shanghai

Peking und die chinesische Mauer

Als nächstes stand ein Besuch der Hauptstadt Chinas an. DAS Highlight schlechthin ist natürlich die Verbotene Stadt, die frühere Residenz der Kaiser. Wir empfehlen hier unbedingt, gleich zur Eröffnung zu kommen, denn im Lauf des Tages wird es unheimlich voll. Einen tollen Blick über die verbotene Stadt bekommt man im Anschluss vom Jingshan Park. Wer auf eine kleine Machtdemonstration der chinesischen Regierung gespannt ist, sollte sich die Flag Raising oder Lowering Zeremonie auf dem Tian’anmen Platz nicht entgehen lassen. Traditioneller wird es wieder beim Besuch des Himmelsaltars und des Sommerpalastes. Außerdem sollte man natürlich einmal Pekingente probieren, wir haben das mit einem Besuch des Nanluoguxiang Hutongs, einem der vielen traditioneller Gassen und Wohngebiete der Stadt, kombiniert.

Wer sich für Weltwunder interessiert, wird aus Peking unbedingt auch die chinesische Mauer besuchen wollen. Aus der Frage, zu welchem Abschnitt man am besten sollte, kann man übrigens eine Wissenschaft betreiben. Wir zeigen dir hier die Ergebnisse unserer Recherche, denn es gibt wirklich eine Menge Optionen.

Aussicht auf die Verbotene Stadt
Aussicht auf die Verbotene Stadt

Chongqing

China hat viele einzigartige Städte zu bieten, am meisten sticht jedoch Chongqing hervor. Die Stadt hat sich durch ihre futuristische, dystopische Stadtlandschaft den Spitznamen „Cyberpunk Capital of the World“ verdient. Besonders nachts leuchtet alles in Neonfarben, allen voran das Hongyadong Cave, ein 7-stöckiges Wunder-Bauwerk voller kleiner Läden und Essensstände, bei dem jedes Stockwerk einen Ausgang auf Straßenebene besitzt. Allgemein wurde Chongqing zwischen so vielen Hügeln erbaut, dass man sich nie sicher sein kann, in welchem Stockwerk man sich gerade befindet. Chongqing ist übrigens der Geburtsort von Hotpot – einem mix aus (scharfer) Brühe, in der man sein Fleisch auf dem Tisch kocht. Die Stadt ist außerdem der perfekte Ausgangsort für eine Yangtze Kreuzfahrt.

Hongyadong Cave in Chongqing
Hongyadong Cave in Chongqing

Zhangjiajie

Der Zhangjiajie National Forest Park diente als Inspiration für die schwebenden Berge in James Camerons Film Avatar und bietet mit seinen spektakulären Glasbrücken und Hängebrücken atemberaubende Ausblicke. Es lohnt sich, mindestens 2 Tage im Nationalpark zu verbringen und die einzigartigen Karstfelsen sowohl von oben als auch von unten zu bestaunen. Einen weiteren Tag sollte man einplanen für den Tianmen Mountain, mit einer Seilbahn erreicht man das Himmelstor, ein riesiges Loch im Felsen, das sich 131m hoch in den Himmel erstreckt. Außerdem lohn sich noch ein Abstecher in das traditionelle Dörfchen Fenghuang.

Hallelujah Mountain im Zhangjiajie National Forest Park
Hallelujah Mountain im Zhangjiajie National Forest Park

Orte, die noch auf unserer Bucketlist stehen:

  • Chengdu und die Research Base of Giant Panda Breeding
  • Xi’an und die Terrakottaarmee
  • Guilin und die beeindruckenden Karstfelsen entlang des Li Flusses

CHINA – ROUTE & TRANSPORT

Unsere Route durch China
Unsere Route durch China

Mit jeweils zwei internationalen Flughäfen eignen sich sowohl Shanghai als auch Peking perfekt als Ausgangspunkt deiner China Reise. Wir sind mit China Southern über Guangzhou nach Shanghai geflogen. Die Airline können wir guten Gewissens empfehlen, es gibt immer genug Beinfreiheit und leckeres Essen. Das einzige, was uns ein wenig verblüfft hat, ist, dass in China immer noch eine Art Air Marshal zur Crew gehört, der eine Kamera auf der Brust hat, die Passagiere beim Ein- und Aussteigen filmt und auch während dem Flug durch die Kabine läuft. Da bekommt man schon einen kleinen Vorgeschmack auf das Level an Überwachung, was uns erwartet.

Die Einreise nach China in Guangzhou verlief übrigens sehr zügig und problemlos. Wir mussten lediglich eine Arrival Card ausfüllen und haben ohne weitere Fragen den Stempel bekommen. Damals durfte man noch keine 30 Tage, sondern nur 15 Tage visumfrei einreisen. Bis Ende 2025 gilt vorerst die Regelung mit 30 Tagen.

Das Flugnetz in China ist sehr gut ausgebaut, man findet fast stündlich Verbindungen zwischen den meisten Großstädten. Die Flüge sind zwar nicht ganz billig, eignen sich jedoch für längere Strecken. Die Strecke zwischen Peking und Chongqing haben wir beispielsweise mit Hebei Airlines zurückgelegt vom neuen Flughafen Peking Daxing (PEX).

Flughafen Peking Daxing
Flughafen Peking Daxing
Einreiseformular China
Einreiseformular China

China verfügt außerdem über das weltweit am besten ausgebaute Hochgeschwindigkeitszug Netzwerk. Hier gibt es verschiedene Kategorien an Zügen, erkennbar an der Zugnummer: Züge mit der Ziffer G sind am schnellsten, gefolgt von etwas langsameren D-Zügen und traditionellen Fernzügen mit der Ziffer Z. Die Prestige-Strecke zwischen Shanghai und Peking wird von Zügen mit den Nummern G1 & G2 bedient, sie können die 1400km lange Strecke zwischen den beiden Städten in etwa 4,5 Stunden zurücklegen bei einer Geschwindigkeit von bis zu 350km/h. Wir sind diese Strecke gefahren und waren absolut begeistert. Der Zug kam auf die Minute pünktlich an, war super sauber und modern und man kann sich sogar Essen an den Platz bestellen über einen QR-Code. Ebenfalls mit einem G-Zug sind wir am Ende unserer China Reise von Zhangjiajie nach Hongkong gefahren. Hongkong ist eine Sonderverwaltungszone und man muss am Bahnhof in Hongkong aus China ausreisen und nach Hongkong einreisen (man bekommt aber keinen Stempel, nur einen Zettel). Auf der Strecke zwischen Chongqing und Zhangjiajie fährt nur ein traditioneller K-Zug. Die Fahrt dauert ca. 6,5h und man taucht hier definitiv in das lokale Leben ein, außer uns gab es weit und breit keine westlichen Touristen in dem Zug. Es waren aber alle sehr freundlich zu uns, haben uns sogar Essen angeboten. Einzig die Toilettensituation ist hier im Gegensatz zu den Highspeed-Trains etwas schwierig, es gibt nur Plumpsklos, darauf sollte man vorbereitet sein.

Züge lassen sich entweder direkt über die App des chinesischen Bahnbetreibers „12306“ oder über Trip.com buchen. Zugbuchungen werden immer 14 Tage im Voraus freigeschaltet und können je nach Strecke auch schnell ausverkauft sein, daher sollte man nicht bis zur letzten Minute warten. Wir haben unsere Zugtickets direkt über Railway12306 gebucht, da es bei Trip.com noch eine zusätzliche Buchungsgebühr von 6€ pro Ticket gibt. Allerdings muss man hierfür seinen Reisepass hinterlegen und verifizieren lassen, was für uns nur funktioniert hat, indem wir die Android Version der App auf Chinesisch umgestellt hatten (danach waren die Züge auch auf der iPhone App auf englisch verfügbar zum Buchen). Das Zugticket wird bei der Buchung übrigens auf dem Pass hinterlegt und man muss bei der Ticketkontrolle nur noch den Pass vorzeigen.

Chinesische Bahnhöfe funktionieren ein wenig wie Flughäfen, man sollte ca. 45-60min vor Abfahrt am Bahnhof sein und als allererstes läuft man durch eine Passkontrolle und einen Security Scanner. Es gibt ähnlich wie beim Fliegen eine Liste an verbotenen Gegenständen, wie Messer, Scheren oder große Spraydosen. Wir hatten davon schon im Vorfeld gehört und daher auch keine gefährlichen Gegenstände im Gepäck gehabt, unser großes Deo durften wir aber bei allen Zugfahrten behalten. Nach der Sicherheitskontrolle befindet man sich in einem riesigen Wartebereich, der gefühlt in jeder Stadt exakt identisch ausschaut, und sollte sich auf dem Weg zu seinem Gate machen. Das Boarding beginnt ca. 15 Minuten vor Abfahrt und häufig fangen die Menschen schon bis zu 30 Minuten vorher an, sich anzustellen, wenn sie viel Gepäck dabei haben oder keinen fest gebuchten Sitzplatz. Relevant für Touristen ist es, sich in der Schlange anzustellen, wo ein Mitarbeiter am Schalter steht, denn durch die automatisierten Tore kommt man nur mit dem chinesischen Ausweis.

HIghspeed Train von Shanghai nach Peking
HIghspeed Train von Shanghai nach Peking
QR-Code für Essensbestellung
QR-Code für Essensbestellung
traditioneller Fernzug
traditioneller Fernzug

In den Großstädten gibt es sehr gut ausgebaute Metro Netze, eine Fahrt kostet meistens unter einem Euro. Bezahlen kann man die Fahrten ganz einfach, indem man sich in der Alipay App die Metrokarte für die jeweilige Stadt freischaltet und den QR-Code an den Toren beim Rein- und Rausgehen scannt. In Peking kann man neuerdings auch einfach nur die Kreditkarte tappen.Zusätzlich dazu haben wir über Alipay die DiDi Miniapp verwendet, wenn die Metro mal nicht direkt zu unserem Ziel gefahren ist, vor allem in Peking sind die Strecken doch sehr weitläufig. DiDi funktioniert im Endeffekt genauso wie Uber oder Grab, man gibt seinen Start- und Zielort an, bestellt die Fahrt und bezahlt gleich über Alipay.

Metro in Chongqing
Metro in Chongqing
Alipay
Alipay
Ticketgate in Peking
Ticketgate in Peking

Unsere Route durch China:

VON – NACHVERKEHRSMITTELDAUERPREIS (p.P)
Shanghai – Peking (Beijingnan)Hochgeschwindigkeitszug G24,5h668 RMB (ca. 88€)
Peking – ChongqingFlug mit Hebei Airlines2,5h107€
Chongqing-bei – Zhangjiajie-xiTraditioneller Fernzug K10956,5h69 RMB (ca. 9€)
Zhangjiajie-xi – Hongkong West KowloonHighspeed Train G60796,5h769 RMB (ca. 102€)

CHINA – INTERNET & APPS

Bei einer Reise nach China fällt die Vorbereitung etwas intensiver aus, da alles ein wenig anders abläuft und man spezielle Apps braucht, ohne die man vor Ort nicht zurechtkommt. Das größte Problem ist, dass man keinen Zugriff auf die Google Dienste hat, entsprechend auch nicht auf die Suchmaschine oder Google Maps. Social Media Apps wie WhatsApp, Instagram oder Facebook werden ebenfalls blockiert.

Die für uns einfachste Lösung hierfür war es, uns eine eSIM des Anbieters „3“ aus Hongkong zu kaufen (über MobiMatter). Die eSIM verwendet das chinesische Netz nur über Roaming und alles hat für uns ganz normal weiter funktioniert (bis auf Google Maps, denn das ist in China schlicht nicht kartografiert). Wir haben schon von mehreren gehört, die das Problem genauso umgehen konnten, aber auch schon gehört, dass das nicht bei jedem so einfach funktionieren muss. Außerdem musst du beachten, dass du nur eine bestimmte Menge an GB zur Verfügung hast und die bei zu viel Surfen auch schnell leer gehen können.

Wir hatten uns zusätzlich 3 verschiedene VPN Apps installiert, die je nach Standort und Wifi-Geschwindigkeit mal besser, mal schlechter funktioniert hatten. Am besten war aber meistens die App, bei der wir die Paid Version verwenden (Surfshark).

Nun möchten wir euch noch eine Übersicht über die wichtigsten Apps, die wir in China verwendet haben und ohne die wir verloren gewesen wären, geben:

Alipay ist dein wichtigster Reisebegleiter. Die Einrichtung mit Email und Telefonnummer haben wir schon in Deutschland gemacht. Nachdem man seine Kreditkarte hinterlegt hat, kann man quasi alles damit machen. Bezahlen in Läden, Taxi rufen, QR Codes in Restaurants scannen, um Essen zu bestellen. Metro fahren funktioniert auch über eine Minianwendung, bei der man sich sein Metro Ticket für die jeweilige Stadt als QR Code generiert. Dank der internen Übersetzungsfunktion ist die App auch wirklich einfach nutzbar. Für das Bezahlen und Metro fahren gibt es übrigens noch jeweils ein Widget, was man sich auf den Handybildschirm speichern kann, so dass man sofort bei der richtigen Funktion landet.

WeChat ist das chinesische Pendant zu WhatsApp. Wir haben es hauptsächlich zur Kommunikation mit Unterkünften und Tourguides verwendet. Der Chat hat nämlich auch eine Übersetzungsfunktion integriert. Manche Attraktionen, wie der Zugang zum Tian’anmen Platz in Peking, lassen sich nur über eine integrierte Miniapp in WeChat buchen. Die Aktivierung der App ist allerdings ein bisschen komplizierter, da man von einem regelmäßigen Nutzer verifiziert werden muss bei der Anmeldung. Wir haben das einfach gelöst, indem wir beim Boarding für unseren Flug nach China jemanden angesprochen hatten, das hat super funktioniert. Auch wenn die Aktivierung durch die Verifizierung ein bisschen kompliziert ist, konnten wir dann auch hiermit zahlen, als Alipay 1-2 mal nicht funktionierte.

Die größte Umstellung für uns war, dass man in China Google Maps nicht zum Navigieren verwenden kann, da selbst über VPN bzw. Hongkong eSIM nicht genügend Standorte gespeichert sind. Apple Maps hingegen funktioniert wirklich super, allerdings erst, sobald man in China gelandet ist. Sich vorher Spots zu markieren bringt gar nichts, denn vor Ort sind diese dann komplett verschoben oder woanders oder haben sogar einen anderen Namen. Wer kein iPhone hat, dem können wir die App Organic Maps empfehlen, dort lassen sich sogar offline Karten speichern. Und wenn einem die Adresse nur in Schriftzeichen vorliegt, funktioniert die App Baidu am besten. Das Bedienungsmenü lässt sich zwar nicht von Chinesisch umstellen, die Funktionen sind aber relativ selbsterklärend. Wer sich vorab über Metrolinien informieren möchte, dem können wir die App Metro Man empfehlen, dort findet man einen Netzplan pro Stadt.

CHINA – KOSTEN

Grundsätzlich ist der Alltag in China nicht teuer, vor allem Essen findet man überall sehr günstig. Preise für Unterkünfte variieren stark von Stadt zu Stadt, aber auch mit einem begrenzten Backpacker Budget findet man überall etwas Gutes. Dafür fallen Attraktionen und der Transport sehr stark ins Gewicht, vor allem wenn man schnell reist. Daher war China mit 54€ pro Person pro Tag eines unserer bisher teuersten Länder.

Unterkunft: 30,66€ / Nacht
Essen & Trinken: 10,94€ / Tag p.P.
Transport: 14,63€ / Tag p.P.
eSIM: 18,17€ p.P. für 15 GB
Aktivitäten: 180,72€ p.P.
Sonstiges: 3,89€ für ein Souvenir

CHINA – UNTERKÜNFTE

traditionelles Hotel in Wulingyuan
traditionelles Hotel in Wulingyuan
Aussicht aus unserem Zimmer in Chongqing
Aussicht aus unserem Zimmer in Chongqing
Ibis Hotel in Peking
Ibis Hotel in Peking

Auch für die Buchung von Unterkünften gibt es in China eine eigene Plattform: Trip.com. Über die App kann man Unterkünfte, Flüge und Züge buchen und das nicht nur in China, sondern weltweit. Die Plattform hat es uns so angetan, dass wir seitdem die meisten unserer Flüge und auch viele Unterkünfte über Trip.com buchen, da der Preis hier meistens unschlagbar ist.

Wir haben bei der Unterkunftswahl immer darauf geachtet, dass bereits Rezensionen in Englisch (bzw. Spanisch, Französisch, Deutsch, …) existieren und dass die Zimmer einen westlichen Standard haben (Doppelbett, Dusche, Toilette, Klimaanlage). Das entscheidende Kriterium für uns war immer die Lage nahe einer Metrohaltestelle und mit Convenience Stores bzw. Restaurants in der Nähe. Gute Unterkünfte in Peking und Shanghai findet man ab ca. 30-40€ pro Nacht, wogegen es in Zhangjiajie und Chongqing bereits Unterkünfte ab 10-20€ pro Nacht gibt.

ORTUNTERKUNFTPREIS PRO NACHT
ShanghaiMotel (The Bund, Qipu Road, Tiantong Road Metro Station)29€
PekingIbis Hotel (Beijing Tiantan East Gate Station)48€
ChongqingChongqing Yunmeng Guesthouse30€
WulingyuanQ Jia Ziyan Ningxiang Inn19€
ZhangjiajieLuyao Inn12€

CHINA – ESSEN & TRINKEN

Hotpot in Chongqing
Hotpot in Chongqing
Nudeln mit Rindfleisch
Nudeln mit Rindfleisch
Einfache Essensbestellung über Alipay
Einfache Essensbestellung über Alipay

Die Variation und Auswahl der chinesischen Küche ist schier Unendlich – Hotpot, Dumplings, Xialong Bao, Baozi, Nudeln, Reisbowls, Pekingente, Suppen, Tees, you name it. Wobei jede Region ihre eigenen Spezialitäten hat. Typisch für Shanghai sind Xialong Bao, etwas kleinere Dumplings gefüllt mit Fleisch und Brühe. In Peking mussten wir natürlich Pekingente probieren, wobei wir feststellen mussten, wir haben keine Ahnung, wie man sie isst. Erst im Restaurant wurde uns dann beigebracht, dass man sie als eine Art Wrap mit Reispapier zubereitet genießt. Chongqing ist der Ursprungsort für Hotpot und die Stadt ist übersät mit Hotpot Restaurants. Unsere Gastgeber hatten uns ein super leckeres Restaurant empfohlen, lediglich die Kommunikation mit den Bedienungen war etwas schwierig, bis wir es geschafft hatten, unsere Zutaten auszuwählen. Aber auch hier war man super lieb und geduldig mit uns und hat uns mit Händen und Füßen alles genauestens erklärt. Eine weitere Spezialität Chongqings sind Hot and Sour Noodles, diese mussten wir auf einem Foodmarket natürlich auch testen. Foodmarkets findet man generell häufiger, sowohl in touristischen als auch untouristischen Gegenden und sie bieten eine preiswerte Auswahl an frischem Essen. Dadurch, dass in China kaum ein Wort Englisch gesprochen wird, gestaltet sich die Kommunikation mit der Bedienung etwas schwieriger und auch die Speisekarte ist meistens nur auf Chinesisch, so dass wir sehr häufig eine Übersetzungsapp nutzen mussten. Was wir daher sehr praktisch fanden ist, dass sich bei vielen Restaurants QR-Codes am Platz befinden, durch die man in der Alipay App direkt zur (übersetzten) Speisekarte kommt, in der App das Essen bestellen und bezahlen kann und man es ohne weitere Kommunikation direkt an den Platz gebracht bekommt. Ebenfalls begeistert hat uns die schiere Auswahl an (Bubble-)Tea Läden, allen voran unsere liebste Kette HeyTea, für 1-2€ bekommt man ein riesiges Getränk. Frühstück oder einen kleinen Snack haben wir uns häufig in einem der vielen Convenience Stores geholt, am verbreitetsten sind in China 7-eleven, Family Mart und Lawson.

CHINA – UNSER FAZIT

Wir haben für China definitiv einiges mehr an Zeit in die Vorbereitung gesteckt als für die meisten anderen Länder, aber diese Zeit hat sich definitiv gelohnt, denn in unseren zwei Wochen sind wir komplett problemfrei durch das Land gereist. Die Kombination aus Tradition und Moderne ist in China allgegenwärtig und was die Organisation angeht, läuft China wirklich wie eine geölte Maschine. Wir waren in jeder Stadt aufs neue geflasht, wie modern, sauber und organisiert alles ist. Natürlich sind wir hauptsächlich durch die international orientierten Großstädte gereist und sind uns bewusst, dass es in ländlicheren Gegenden noch anders abläuft. Sehenswürdigkeiten wie die chinesische Mauer oder die Avatarberge von Zhangjiajie sind komplett anders als alles was wir bisher gesehen haben. Das Thema Überwachung geht natürlich nicht spurlos an einem vorbei, wenn man mit offenen Augen durch China läuft und es ist wirklich verrückt, wie häufig es, vor allem in Peking, Checkpoints für Ausweiskontrollen gibt. Als Tourist betreffen uns diese aber zum Glück nicht wirklich, denn man wird eigentlich nur durchgewunken sobald man den Reisepass zückt.